Nördlich des Polarkreises sind die Nächte von September bis März lang genug, um Nordlichter in Nordnorwegen zu sehen. Ob sie sich zeigen, entscheidet am Ende der wolkenfreie Himmel.
Im November beginnt im hohen Norden die dunkelste Zeit des Jahres. Doch ob sich das Polarlicht zeigt, entscheiden Wolken, Kunstlicht und ein gutes Stück Geduld.
Das Nordlicht ist ein Naturereignis, das sich nicht buchen lässt, wohl aber die Bedingungen, unter denen es sichtbar wird. Es entsteht, wenn geladene Teilchen der Sonne vom Erdmagnetfeld in die Atmosphäre gezogen werden und dort mit Stickstoff- und Sauerstoffatomen zusammenstoßen, so erklärt es das norwegische Reiseportal Visit Norway. Die Farbe hängt davon ab, welche Atome beteiligt sind.
Die Saison folgt der Dunkelheit
Nach Angaben von Visit Norway ist die beste Zeit für das Nordlicht der Spätherbst, der Winter und der Frühlingsbeginn, also September bis Ende März. Der beste Ort liegt nördlich des Polarkreises, von Bodø an nordwärts. Dort ist es in den Wintermonaten lange genug dunkel, damit sich die Lichter am Himmel abzeichnen.
Der November hat in dieser Rechnung einen Vorteil: Die Nächte sind bereits sehr lang. Visit Norway weist außerdem darauf hin, dass die Temperaturen im Herbst etwas angenehmer sind als im tiefen Winter.
Polarnacht heißt nicht völlige Dunkelheit
Im nördlichsten Teil Norwegens steigt die Sonne in den Wintermonaten nicht über den Horizont. Trotzdem gibt es auf dem Festland Tageslicht, nur anders als gewohnt. An klaren Tagen färbt sich der Himmel im Süden in Sonnenuntergangstönen und im Norden in tiefes Blau. Diese blaue Stunde kann nach Angaben von Visit Norway länger als eine Stunde dauern. Wirklich stockdunkel wird es im Winter nur auf Spitzbergen.
Für Reisende bedeutet das: Tagsüber bleibt Zeit für Ausflüge, Schneeschuhtouren oder einen Bummel durch Tromsø. Am Abend beginnt dann die Suche am Himmel.
Vorhersage und Wetterbericht gehören zusammen
Das Polarlicht kann aktiv sein und trotzdem unsichtbar bleiben, wenn Wolken den Himmel bedecken. Visit Norway rät deshalb, vor jedem Abend sowohl den Wetterbericht als auch eine Nordlicht-Vorhersage zu prüfen, etwa mit der App NorwayLights. Ebenso wichtig ist der Abstand zur Stadt, denn Kunstlicht von Straßen und Häusern schwächt den Eindruck am Himmel.

Wer sich vor Ort nicht auskennt, schließt sich einer geführten Tour an. Die Guides kennen Aussichtspunkte außerhalb der Städte. Für einen Aufenthalt im November lohnt es sich, mehrere Nächte einzuplanen, damit ein bewölkter Abend nicht die ganze Reise kostet.
Kamera und Smartphone für die Nacht einstellen
Automatische Kameraeinstellungen scheitern im Dunkeln häufig. Visit Norway nennt als Startwerte Blende f/2,8, ISO 1600 und eine Belichtungszeit von 15 Sekunden. Bewegt sich das Licht schnell über den Himmel, wird die Belichtungszeit verkürzt. Ein Stativ ist Pflicht, notfalls tut es ein großer Stein. Den Fokus stellen Sie manuell auf einen hellen Stern ein.

Auch moderne Smartphones liefern brauchbare Bilder, wenn der Nachtmodus aktiv ist und das Gerät ruhig steht. Blitz und Digitalzoom bleiben aus. Weil sich Akkus in der Kälte deutlich schneller entladen, gehört eine Powerbank ins Gepäck.
Warme Schichten statt einer dicken Jacke
Der Winter in Nordnorwegen ist arktisch kalt. Visit Norway empfiehlt Kleidung in mehreren Schichten, denn wer lange im Freien steht und auf den Himmel wartet, kühlt schnell aus. Bewährt hat sich eine Kombination aus wärmender Unterwäsche, einer isolierenden Zwischenschicht und einer wind- und wasserdichten Außenschicht, dazu Mütze, warme Stiefel und Handschuhe, mit denen sich die Kamera noch bedienen lässt.
Und wenn das Licht dann über den Himmel zieht, zählt keine Einstellung so viel wie der Moment, in dem Sie die Kamera kurz sinken lassen und nur noch hinschauen.
Quellen
- Visit Norway, o. J.: Fotografie-Tipps für das Nordlicht
Fotos: Textnetz, Generiert mit KI
















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